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Christi Geburt
eine besonders kompakte, erzählerische IkoneIkone Christi Geburt, Zypern

Eine wundervoll erzählerische, dichte Ikone der Geburt Christi stammt aus dem 15. Jahrhundert von der Insel Zypern aus der Kirche “Zum Heiligen Kreuz” (Timios Stavros), welche in dem kleinen Dorf Platanistasa lokalisiert ist, inmitten des südlichen Teils von Zypern, griechisch. Der Maler wird mit Philip Goul benannt.

Von dieser Wandmalerei leitet sich diese hier abgebildete Ikone ab. Es handelt sich um ein Detail aus der zentralen Erzählung der Geburt Christi. Gefertigt wurde die Ikone, so wie Sie sie hier rechts sehen, auf einem “wilden” Stück Holz mit einer nur sehr einfachen Grundierung, damit die Holzstruktur unter der Malerei noch zu erahnen ist. Die Ränder sind abgeschrägt und wurden nicht begradigt, sodass die Tafel über ein ungefähres Maß von 22x33 cm verfügt.

Auf engstem Raum erblicken wir hier das in der Krippe liegende Christuskind, seine Mutter Maria - es still betrachtend - sowie Ochs und Esel, welche dem Kinde mit ihrem Atem Wärme spenden. Beide Tiere schauen sich mit großen Augen an als empfänden sie ebenfalls einen Aspekt der Heiligen Szene.

Das Christuskind, nach alter Tradition in Binden gebunden, liegt mit geöffneten Augen in einer Krippe. Diese Krippe erinnert bereits in ihrer Farbgebung an den purpurnen Marmorstein, auf welchem Christus am Ende seines Lebens in Leinen gehüllt und von den Marinen gesalbt, beweint werden wird.

Weiter entdecken wir stellvertretend einen der drei Heiligen Könige - auch Magier genannt - kniend vor der Höhle, dem Heiligen Geschehen zugewandt. Dieser hält eines der Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe) in seinen Händen und bietet es dar.

Maria, die Mutter Gottes liegt auf dem “Wochenbett”, welches auf Ikonen stets in Form eines zinnoberroten Lagers erblickt werden kann. In orthodoxer Erzählweise befinden sich Maria, Christus und die zwei Tiere in einer Höhle, der Geburtshöhle. Laut westlicher Überlieferung war es ein Stall. Zu vermuten wäre, dass unterschiedliche geologische Gegebenheiten der Ost.- bzw. Westkirche hier ihren Einfluss hinterlassen haben. Betont wird die Schwärze der Höhle, in die hinein Christus die Welt erblickte, um es mit Seinem Licht zu erhellen. Christus, der mitten in die Dunkelheit der Menschheit (= Höhle) hineingeboren wurde, um uns allen ein Licht, ein geistiges Licht zu sein. Christus schenkt uns mit seinem Kommen eine Neue Orientierung.
In seinem Heiligenschein erblicken wir schon das Kreuz mit den drei griechischen Buchstaben: Ho-O-On zu deutsch: der Ewig Seiende.

Die Höhle scheint regelrecht aufgebrochen; ihre Ränder sind gezackt. Auf dem Berg erblicken wir Ergrünendes, welches blaue Blüten treibt. Dies ist ein Hinweis auf den Gedanken: Das Leben erblüht auf neue Weise, auf eine Weise, wie wir es nie zuvor erleben durften. Oben erblicken wir den Stern, der den Hirten sowie den Königen den Weg wies und mit seinen Strahlen auf das Große Ereignis für die Menschheit hingewiesen hat.

Dies alles findet auf dieser Ikone Erwähnung und daher hat mit diese Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert so gut gefallen. Wenn es Sie interessiert, wie die ganze Wandmalerei ausschaut, dann sehen Sie sich das folgende Video an.

 

Zypern Briefmarke

Zypern Briefmarke 100m

Im Jahr 1972 gab die zypriotische Post sogar zwei Briefmarken im Wert von 100 bzw. 250 Mils heraus, welche diese Wandmalerei aus Zypern abbildeten.

 

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